Pflegegrad 2: Erhebliche Beeinträchtigung der Selbständigkeit

20. Juni 2025

Pflegegrad 2: Erhebliche Beeinträchtigung der Selbstständigkeit

Im Gegensatz zu Pflegegrad 1 ist bei Pflegegrad 2 der Unterstützungsbedarf bereits deutlich spürbar. Die Person kann viele Dinge nicht mehr alleine erledigen und benötigt in mehreren Bereichen des Alltags regelmäßige Hilfe.


Es handelt sich um eine Situation, in der die Unterstützung durch Angehörige oder einen professionellen Pflegedienst oft unerlässlich wird, um den Alltag zu bewältigen.


Wann bekomme ich Pflegegrad 2?

Der Medizinische Dienst (MD) oder bei Privatversicherten Medicproof beurteilt im Begutachtungsassessment sechs Lebensbereiche. Pflegegrad 2 erhalten Sie, wenn die Gesamtpunktzahl 27 bis unter 47,5 Punkte beträgt und die Einschränkungen voraussichtlich mindestens 6 Monate anhalten.


Die sechs Module im Überblick:


  1. Mobilität (z. B. Aufstehen, Gehen)
  2. Kognitive und kommunikative Fähigkeiten
  3. Verhaltensweisen und psychische Problemlagen
  4. Selbstversorgung (z. B. Körperpflege, Ernährung)
  5. Bewältigung krankheitsbedingter Anforderungen
  6. Alltagsgestaltung und soziale Kontakte

Leistungen mit Pflegegrad 2

Mit Pflegegrad 2 stehen umfangreichere Leistungen der Pflegeversicherung zur Verfügung:


  • Pflegegeld (347 Euro/Monat): Bei privater Organisation der Pflege, zum Beispiel durch Familienmitglieder, Freunde oder Nachbarn, wird dieses Geld zur freien Verfügung gestellt.
  • Pflegesachleistungen (796 Euro/Monat): Bei Inanspruchnahme eines ambulanten Pflegedienstes werden die Kosten für professionelle Pflegeleistungen bis zu diesem Betrag übernommen. Dazu gehören Leistungen wie Hilfe bei der Körperpflege oder der hauswirtschaftliche Unterstützung.
  • Kombinationsleistung: Eine Kombination aus Pflegegeld und Pflegesachleistungen ist möglich. Der Betrag, der nicht für Sachleistungen genutzt wird, kann dann anteilig als Pflegegeld ausgezahlt werden.
  • Entlastungsbetrag (131 Euro/Monat): Dieser Betrag kann für Betreuungsleistungen, hauswirtschaftliche Hilfen oder die Tagespflege genutzt werden.
  • Zuschuss für wohnumfeldverbessernde Maßnahmen (bis zu 4.180 Euro): Auch hier können Zuschüsse für den barrierefreien Umbau der Wohnung beantragt werden. Hierzu zählen bspw. ein Treppenlift oder der Einbau einer ebenerdigen Dusche. Auch der Umzug in ein Pflegeheim kann eine wohnumfeldverbessernde Maßnahme sein und damit bezuschusst werden.
  • Pflegehilfsmittel zum Verbrauch (42 Euro/Monat): Kosten für Verbrauchsmaterialien wie Einmalhandschuhe oder Desinfektionsmittel werden pauschal übernommen. Diese liefert ihnen bspw. die Pflegebox.
  • Tages- und Nachtpflege (721 Euro/Monat): Bei Bedarf können teilstationäre Angebote genutzt werden, bei denen die pflegebedürftige Person tagsüber oder nachts in einer Einrichtung betreut wird.
  • Pflegeheim-Zuschuss (805 Euro/Monat): bei vollstationärer Unterbringung.
  • Kurzzeitpflege (bis zu 1.854 Euro/Jahr für max. 56 Tage): Nach einem Krankenhausaufenthalt oder wenn die häusliche Pflege vorübergehend nicht möglich ist, können die Kosten für eine kurzfristige vollstationäre Pflege übernommen werden.
  • Verhinderungspflege (bis zu 1.685 Euro/Jahr für max. 42 Tage): Wenn die private Pflegeperson Urlaub macht oder erkrankt ist, übernimmt die Pflegekasse die Kosten für eine Ersatzpflegekraft.
  • Hausnotruf (25,50 Euro/Monat): Finanzierung eines Notrufgeräts mit 25,50 € / Monat.
  • Digitale Pflegeanwendungen (DiPA): Ab 2025 stehen bis zu 52 Euro/Monat für zugelassene Apps speziell für die Erinnerung an Medikamente oder kognitives Training zur Verfügung.


Gut zu wissen:


Pflegegeld erhalten Sie nur, wenn Angehörige oder Freunde die Pflege übernehmen.

Bei Pflegesachleistungen kommt ein ambulanter Pflegedienst zum Einsatz – flexibel nach Ihrem Bedarf.


Die Kombinationsleistung ist ideal, wenn Pflege teilweise durch Angehörige, teilweise durch einen Pflegedienst erfolgt. Sie mischen also die einzelnen Leistungen nach Ihrem Bedarf.

Wir vom PTW Pflegeteam sind für Sie da – persönlich, telefonisch oder auch digital.

Pflegeberatung & Schulungen

  • Pflegeberatung nach § 37.3 SGB XI
    – zweimal jährlich per Hausbesuch oder Videotelefonie.
  • Pflegeberatung nach § 7 a SGB XI
    – umfassende Pflegeberatung, wenn Sie komplexere Unterstützung wünschen.
  • Pflegekurse nach § 45 SGB XI
    – praktische Schulungen für pflegende Angehörige, um Belastungen zu reduzieren.


Das PTW Pflegeteam bietet Ihnen gerne alle oben aufgeführten Leistungen an.

Vorteile für pflegende Angehörige

  • Renten­versicherungs­beiträge: Ab Pflegeeinsatz von ≥ 10 Stunden/Woche zahlt die Pflegekasse automatisch Renten­beiträge für die pflegende Person.
  • Pflege-Pauschbetrag: ab Pflegegrad 2 kann Ihre Pflegeperson bis zu 600 € jährlich als Steuerfreibetrag geltend machen.

So beantragen Sie Pflegegrad 2

Antrag stellen bei Ihrer Pflegekasse – formlos telefonisch oder schriftlich.

Begutachtung durch den MD oder Medicproof.

Bewilligung durch die Pflegekasse.

Leistungen abrufen – wir helfen Ihnen bei allen Schritten.

von Carsten Hackamp 20. Mai 2026
Ein Schwerbehindertenausweis kann im Alltag vieles erleichtern. Trotzdem erleben wir in der Beratung immer wieder, dass Betroffene und Angehörige unsicher sind: Wo beantragt man den Schwerbehindertenausweis in Hamburg? Welche Unterlagen werden benötigt? Und was kann man tun, wenn der Antrag abgelehnt wird?  Die gute Nachricht ist: Der Antrag lässt sich in Hamburg grundsätzlich gut vorbereiten. Wichtig ist vor allem, die eigenen gesundheitlichen Einschränkungen vollständig zu schildern und passende Unterlagen beizufügen.
von Carsten Hackamp 13. April 2026
Wenn ein Pflegegrad abgelehnt wird oder die Einstufung deutlich zu niedrig ausfällt, ist das für viele Familien erst einmal frustrierend. Oft entsteht das Gefühl, dass der tatsächliche Alltag, die Sorgen und die Belastung nicht richtig gesehen wurden. Gerade Angehörige, die jeden Tag unterstützen, erleben solche Entscheidungen häufig als schwer nachvollziehbar.  Wichtig ist aber: Eine Ablehnung oder eine zu niedrige Einstufung muss nicht einfach hingenommen werden. Es gibt die Möglichkeit, Widerspruch einzulegen und die Situation noch einmal prüfen zu lassen.
von Carsten Hackamp 13. April 2026
Wer ein Kind oder einen Angehörigen mit Schwerbehinderung begleitet, hat im Alltag oft vieles gleichzeitig zu tragen: Organisation, Termine, Sorge, Pflege und Verantwortung.  Umso wichtiger ist es zu wissen, dass es unter bestimmten Voraussetzungen auch steuerliche Entlastungen geben kann. Dazu gehören zum Beispiel der Behinderten-Pauschbetrag, der Pflege-Pauschbetrag oder Vergünstigungen bei Fahrtkosten und der Kfz-Steuer.
von Carsten Hackamp 9. April 2026
Wer das eigene Zuhause barriereärmer gestalten möchte, kann seit dem 8. April 2026 wieder von der KfW-Förderung profitieren. Damit steht für bestimmte Umbaumaßnahmen erneut ein Zuschuss von bis zu 6.250 Euro zur Verfügung.  Das ist besonders interessant für Menschen, die ihre Wohnung oder ihr Haus an veränderte gesundheitliche oder altersbedingte Bedürfnisse anpassen möchten. Grundlage dafür ist das KfW-Programm 455-B „Barrierereduzierung – Investitionszuschuss“.
von Carsten Hackamp 28. März 2026
Mobilität bedeutet Lebensqualität. Für Menschen mit eingeschränkter Beweglichkeit stellt der Alltag jedoch häufig eine große Herausforderung dar. Arztbesuche, Therapien oder Einkäufe sind oft nur mit großem organisatorischem Aufwand möglich.  Was viele nicht wissen: In Hamburg können Menschen mit Schwerbehinderung den Fahrdienst MOIA unter bestimmten Voraussetzungen kostenlos nutzen.
von Carsten Hackamp 16. März 2026
Menschen mit Demenz profitieren im Alltag besonders von festen Abläufen und vertrauten Gewohnheiten. Dieser Artikel zeigt, warum Struktur Sicherheit gibt und wie Angehörige die Pflege zu Hause mit einfachen Routinen erleichtern können. Wenn ein nahestehender Mensch an Demenz erkrankt, verändert sich der Alltag oft leise und schrittweise. Was früher selbstverständlich war, wird unsicher. Termine geraten durcheinander, gewohnte Abläufe verlieren ihre Klarheit und vertraute Tätigkeiten fallen schwer. Für Angehörige entsteht dadurch häufig das Gefühl, ständig reagieren zu müssen, ohne wirklich planen zu können. Gerade bei Demenz hilft jedoch nicht permanente Anpassung, sondern Verlässlichkeit. Kleine, wiederkehrende Routinen geben Orientierung und können den Alltag für alle Beteiligten spürbar entspannen.
von Carsten Hackamp 16. März 2026
Wer regelmäßig Medikamente, Hilfsmittel, Therapien oder Krankenhausleistungen benötigt, merkt oft schnell, wie stark sich gesetzliche Zuzahlungen summieren können. Gerade für pflegebedürftige Menschen und ihre Angehörigen entsteht dadurch im Alltag nicht selten eine zusätzliche finanzielle Belastung. Viele wissen jedoch nicht: Für diese Zuzahlungen gibt es eine gesetzliche Obergrenze. Ist diese Grenze erreicht, können Sie sich für den Rest des Jahres von weiteren Zuzahlungen befreien lassen. Es lohnt sich also, genauer hinzuschauen und Belege sorgfältig zu sammeln.
von Carsten Hackamp 11. März 2026
Trockene Haut an Füßen und Beinen ist bei pflegebedürftigen Menschen ein häufiges Problem. Besonders bei eingeschränkter Mobilität oder begleitender Kompressionstherapie. In diesem Artikel erklären wir, warum eine gute Hautpflege wichtig ist und welche Erfahrungen wir in der ambulanten Pflege mit Schaumcremes gemacht haben.
von Carsten Hackamp 11. März 2026
Pflegebedürftigkeit ist kein stagnierender Zustand. Im Laufe der Zeit kann sich der Gesundheitszustand verschlechtern. Dann kann es passieren, dass der aktuelle Pflegegrad nicht mehr ausreicht, um die benötigten Leistungen aus der Pflegeversicherung zu erhalten. Viele pflegende Angehörige fühlen sich in dieser Situation unsicher und wissen nicht genau, wie sie vorgehen sollen, um die notwendige Höherstufung des Pflegegrades zu erreichen. Keine Sorge, Sie sind mit dieser Herausforderung nicht allein. Wir zeigen Ihnen Schritt für Schritt, wie Sie einen höheren Pflegegrad beantragen können, um die Unterstützung zu bekommen, die wirklich gebraucht wird.
von Carsten Hackamp 4. Februar 2026
Du suchst einen Beruf, der Dich erfüllt und in dem Du täglich einen wichtigen Beitrag leisten kannst? Viele Menschen wissen nicht, dass die Ausbildung zur Gesundheits- und Pflegeassistenz (GPA) in Hamburg einen schnellen und dennoch fundierten Einstieg in die Pflege ermöglicht. In diesem Blogbeitrag möchten wir Dir die GPA-Ausbildung näher vorstellen. Du erhältst umfassende Informationen zu den Inhalten, dem Ablauf, der praktischen Ausbildung und nützliche Bewerbungstipps.
Mehr anzeigen